(German) Gestalttherapie: Zur Praxis der Wiederbelebung des Selbst

Das ist eine Zusammenfassung der letzten 3 Kapitel dieses Buchs, Gestalttherapie: Zur Praxis der Wiederbelebung des Selbst.

In English this book is called Gestalt Therapy: Excitement and Growth in the Human Personality

 

Retroflektion

Die Definition der Retroflektion ist “scharfe Rückwendung”.

Jemand, dessen Verhalten retroflektiert ist, tut sich selbst an, was er ursprünglich anderen Personen oder Dingen angetan hat oder antun will.

Er hört auf, Energie nach außen zu lenken, um seine Umwelt zu verändern.  Um sein Bedürfnis zu erfüllen, kehrt sein tun nach innen.

Das entspricht einer Spaltung der Persönlichkeit. „Er macht sich selbst anstelle der Umwelt zum Ziel seines Verhaltens.“

Dies ist das Resultat seiner Kindheit Erfahrung.  Für ein Kind ist die Umwelt zu überwältigend. Seiner Bestrebung um seine Bedürfnisse zu befriedigen wird mit Feindschaft begegnet. à Währenddessen lernte er seine Impulse zurückzuhalten. Zurückgehaltene Impulse oder Wunsche bleiben stark und verwandeln sich in Körper Reaktionen, u.a. sind die Haltungen, der Art des Muskeltonus (die angespannt wird), und die Bewegungsansätze.

Kurz gesagt, was zuerst ein Konflikt zwischen Organismus und der Umwelt war, ist nun zu einem inneren Konflikt zwischen zwei Teilen der Persönlichkeit geworden – zwischen einer Art von Verhalten und seinem Gegenteil.

Retroflektion ist eine notwendige Strategie, wenn es vernünftige Gründe gibt. Nur wenn Retroflektion habituell chronisch und außer Kontrolle ist, wird sie pathologisch. Es ist ein ständiger toter Punkt in der Persönlichkeit.

Durch den Kampf zum Stillstand, kommt keine Veränderung vor. Bald wird dieser Kampf unbeachtet bleiben. Dieser Zustand, das Vergessen durch Verdrängung, heiß die Neurose.

Wenn man einmal der Akt der Retroflektion bei sich festgestellt hat und die Kontrolle darüber erlangt hat, wird er des unterdrückten Impulses automatisch wieder gewahr. Dieses Gewahrsein ist relativ leicht zugänglich.

(Wir beschäftigen uns damit, das Retroflektion existiert, und wie man retroflektiert.) Theoretisch ist die Behandlung der Retroflektion einfach: nur die Richtung des Akts umzukehren vor innen nach außen… oder?

Die Auflösung einer Retroflektion bringt überwältigte Furcht, Verlegenheit, Schuldgefühl und Ärger mit sich. Auch Wunsche werden retroflektiert. Wenn man etwas eigentlich von der Umwelt verlangt, stattdessen wendet er sich dafür an sich selbst.

Selbstvorwürfe z.B. ist auch eine Form der Retroflektion.

Oft retroflektieren wir, damit niemand anders von uns verletzt wird. Das erfolgt aber nicht, denn wir leben mit anderen zusammen. Vieles von unserem Verhalten den anderen gegenüber entgeht der Retroflektion. d.h. die Aggressionen usw. entwickeln sich in einer anderen Form. Diese sind anders als der Selbstaggression (wobei weniger Schuld empfindet wird). Aggression gegen andere soll man anerkennen. Dann kann die Aggression sich von irrational und neurotisch zu vernünftig und gesund entwickeln. Auf lange Sicht ist jeder zwischenmenschliche Kontakt besser als Retroflektion.

zwischenmenschlicher Kontakt = genuiner Kontakt = anders als geselliger Kontakt.

Charakter Entwicklung entsteht aus permanenten Retroflektionen. Zugehörigkeit zuliebe führt dazu, dass man sich von seinen Bedürfnissen dis-identifiziert.

Das gespaltete Ich bedeutet, Das Ich identifiziert sich sowohl mit dem aktiven (retroflektierenden) Teil als auch mit dem passiven (von der Retroflektion betroffenen) Teil. Daraus entstehen Selbstmitleid und Selbstbestrafung. In diesem Kapital wird auch die Phänomene von Selbstbeherrschung, Zwangsneurose, Selbstverachtung (Minderwertigkeitsgefühl), Selbstzweifel, Introspektion, Hypochondrie und Psychosomatik erzählt.

In dem Bemühen, Retroflektion hinter sich zu bringen, müssen wir auch darauf, verfrühte Entspannung aufpassen. In dieser Situation, lassen sich die Impulse nicht analysiert bleiben.  Diese Impulse werden von die Retroflektion abgetrennt.

In Konsequenz ist Desensibilisierung aufgetreten, in der Empfindlichkeit für Verletzungen beseitigt wird.

Nicht weh tun zu wollen hat auch ein Gegenteil, das heißt De-Personalisierung. Bei De-personalisierung, ist man überempfindlich. Anstatt Retroflektion ist das Bedürfnis die anderen zu verletzen.

Gesunde Menschen sind sich ihrer Gefühle bewusst und sind auch körperlich beweglich. Diese Menschen sind weder verkrampft noch entspannt (im Schlaf).

 Introjektion

Ein Introjekt enthält Material, das man in sein Verhaltenssystem aufgenommen aber nicht assimiliert hat. Dieses Material ist eine Art zu handeln, zu empfinden oder zu werten geworden.  Aus diesem Material werden Gewohnheiten, Einstellungen, Überzeugungen, Ideale erzeugt.

Unassimiliertes Material wird auch ein Teil des Organismus.

 

Es entwickelt sich als eine Pseudo-Identifikation. Sich davon zu distanzieren ist schwierig.

 

Als Analogie ist dieses Phänomen mit Ernährung vergleichbar. Körperliche Nahrung wird, wenn richtig verdaut und assimiliert, zu einem Teil des Organismus. Wenn es nicht assimiliert wird, bleibt die Nahrung im Magen als ein Introjekt.

 

Gute Nahrung wird mit Theorien, die wir beherrschen gelernt haben, verglichen. Diese Theorien werden in Einzelheiten verdaut. Wir haben sie uns zu eigen gemacht. Diese sind unsere „zweite Natur“ geworden und sind flexibel und wirksam zu gebrauchen.

 

Aber…

 

„Wenn man ein Stück Käse mit der Plastikverpackung schluckt…“ solche Dinge machen übel und müssen ausgespuckt werden.

 

Introjekts umfassen „Fakten“ oder Verhaltensnormen, Theorien, die wir geschluckt haben ohne sie zu verstehen. Das geschieht, weil diese Materialen von einer Autorität (bzw. Ideologie, Kultur, Regeln, Sitten, Tradition) zu uns kommen. Wir wenden sie an, als ob sie uns eigen wären, obwohl dieses fremdkörperhafte Wissen uns nichts nützt. Vielmehr schädigen diese nutzlosen Materialien unsere Fähigkeit aus eigenem Antrieb zu denken und zu handeln.

Assimilation

Was assimiliert wird, wird doch nicht als ein Ganzes aufgenommen, sondern zuerst völlig zerstört (abgebaut) und umgewandelt. Der Organismus absorbiert selektiv was benötigt ist. Bei Introjektion wird nichts assimiliert, denn alles ist (von den Eltern usw.) als Ganzes geschluckt worden, obwohl es den Bedürfnissen des Organismus zuwider ist.

„Sozial“ zu sein bedeutet, dass wir die Bereitschaft haben, Normen, Regeln und Institutionen zu Introjizieren.

Diese sind oft den gesunden Interessen und Bedürfnissen des Menschen fremd.

Projektion

Projektion sind Eigenschaften, Gefühle, Einstellungen oder Verhaltenselemente, die eigentlich der eigenen Persönlichkeit zugehören, aber nicht als solche erlebt werden.

Projektionen werden vielmehr Objekten oder Personen in der Umwelt zugeschrieben. Bei diesen Projektionen erlebt man dann als ob diese projektierte Situationen auf das Selbst gerichtet wären.

Der Projizierende ist (dieses Phänomens) dessen nicht gewahr.

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